Bild von Sabine van Erp auf Pixabay
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Notdienst für ältere Kunden bei der Tafel Rimbach

DWB, RIMBACH. Der FC Fürth, die Initiative foodsharing und die Tafel Rimbach des Diakonischen Werkes Bergstraße bringen einen Notdienst für ältere Kunden gemeinsam an den Start.

Nach gründlicher Risikoabwägung hatte die Leitung des Diakonischen Werkes Bergstraße entschieden, den Betrieb der Tafel Lampertheim, die sich in seiner Trägerschaft befindet, einzustellen. Die drei Ausgabestellen Lampertheim, Rimbach und Bürstadt wurden ab dem 17.03.2020 bis auf Weiteres geschlossen.

Bei der Schließung handelte es sich um eine Vorsichtsmaßnahme in der Coronakrise. Der Schutz der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die meist über 65 Jahre alt sind, hatte bei der Entscheidung der Verantwortlichen oberste Priorität.

Die Tafelkoordinatorinnen Dr. Ute Weber-Schäfer und Susanne Hagen wissen, dass die notwendige Schließung der Tafel für die zahlreichen Kundinnen und Kunden finanzielle und soziale Einbußen bedeuten. Denn auch wenn in Deutschland niemand verhungern müsse, sind viele Menschen auf die Lebensmittel der Tafel angewiesen.

Die öffentliche Resonanz auf die Schließung der Tafel erfolgte umgehend. Irene Finger (Leiterin des Diakonischen Werkes Bergstraße) berichtet, dass sie neben vielen der Coronakrise geschuldeten sozialen Herausforderungen auch zahlreiche Anrufe bezüglich einer Notversorgung der Tafelkunden erreiche. Presse, Landes- und Bundesverband der Tafeln, benachbarte Wohlfahrtsverbände sowie besorgte Mitbürger meldeten sich täglich und baten um Antworten und konkrete sowie hilfreiche Unterstützungsangebote für aktuell besonders belastete Zielgruppen. So insbesondere auch für ältere Tafelkunden, die aktuell zu der gesundheitlichen Hauptrisikogruppe gezählt würden.

Irene Finger: „Als Diakonisches Werk stehen wir nun vor vielen neuen Herausforderungen. Unsere originäre Aufgabe ist es zielgerichtete, schnelle und unbürokratische Hilfe und Nächstenliebe zu leisten. Menschen, die sich uns über viele Jahre hinweg anvertraut haben, können wir jetzt nicht im Stich lassen. Eine erste Aufgabe sehen wir daher nun darin, zeitnah ein bedarfsgerechtes Hilfsangebot für unsere älteren und wenig mobilen Tafelkunden bereitzustellen.“

Umso größer war die Freude, als ein ganz konkretes Hilfs- und Kooperationsangebot für den Tafelstandort in Rimbach das Diakonische Werk erreichte.

Der FC Fürth, 1949 e.V. hatte nicht lange gezögert. Die Vereinsmitglieder waren sich einig, dass sie etwas tun müssen. In Reaktion auf die Nachricht zur Schließung der Tafeln erklärte Mark Lang vom Vorstand des FC Fürth: „Unsere Motivation ist es, andere Menschen, denen es schlecht geht und die auf Hilfe anderer angewiesen sind, zu unterstützen. Gerade in unserem Verein ist der Zusammenhalt und das Miteinander sehr ausgeprägt. Uns ist es wichtig, dass man in schwierigen Zeiten zusammenhält und andere Menschen unterstützt.“

Der gemeinsame Plan für einen Notfalldienst für ältere Tafelkundinnen und Tafelkunden ab 63 Jahre wurde schnell auf die Beine gestellt.

Anfang April wird der Notdienst seine Tätigkeit in den Räumlichkeiten der Tafel Rimbach in der Schlossstraße 52 a aufnehmen.

Für den Ablauf der Aktion ist vorgesehen, dass zwei Helfergruppen des FC Fürth im ersten Schritt in der Tafel in Begleitung der Tafelkoordinatorin die Verpackung der Lebensmittel (10:00 bis 12:00 Uhr) und nachfolgend die Auslieferung der Lebensmittel (ab 12:00 Uhr) an die Kundinnen und Kunden übernehmen.

Dabei wird der persönlichen Sicherheit der Mithelferinnen und Mithelfer immer der Vorrang gegeben. Die Lebensmittel werden von maximal zwei Helfern mit einem Sicherheitsabstand in Kisten verpackt. Außerdem sind die Helfer mit Schutzmasken und Handschuhen ausgestattet. Anschließend werden die gepackten Kisten an 6 Fahrer übergeben, die ebenfalls mit Schutzmasken und Handschuhen ausgestattet sind.

Die gefüllten Kisten werden den bedürftigen Menschen, die nach telefonischer Rückfrage durch eine ehrenamtliche Tafelmitarbeiterin ihren Bedarf nach Unterstützung mit Lebensmitteln erklärt hatten, vor die Tür gestellt. Danach werden sie durch Klingeln und Telefonanruf über die Warenzustellung informiert. Die Helfer warten in einem Sicherheitsabstand von 2- 3 Metern, bis die Waren von den Kundinnen und Kunden aus der Kiste entnommen worden sind. Anschließend werden die Kisten desinfiziert und zur Tafel zurückgebracht.

Als weitere Mitunterstützer des Notdienstes bringen sich langjährige Partner des FC Fürth ein. Edeka Bylitza und Bäckerei Grimminger zeigten sich von der geplanten Aktion begeistert und wollen den Notdienst über Lebensmittelspenden hinaus unterstützen.

Die Lebensmittelretterinitiative foodsharing, mit der der Bundesverband der Tafel in Deutschland und das Diakonische Werk Bergstraße eine langjährige Kooperation unterhalten, hat sich bereit erklärt mit seinen jüngeren Mitstreitern die Abholung der Lebensmittel bei den Lebensmittelspendern für die Tafel Rimbach zu übernehmen.

Alle an der Aktion Beteiligten hoffen nun mit der geplanten Notdienstaktion erfolgreich vielen Menschen hilfreich zu sein.

Für das Diakonische Werk Bergstraße ist die Aktion ein erster Schritt in die Richtung erweiterter Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Quelle: Diakonisches Werk Bergstraße (Susanne Hagen), 27.03.2020
Foto: Sabine van Erp auf Pixabay

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